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Outworld - Outworld
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Alt 27. June 2007, 17:36
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Andreas Andreas ist offline
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Standard Outworld - Outworld

DANKSAGUNG: Wir bedanken uns herzlich bei der Promotionagentur cmm w.rott für die Einsendung der Promo-CD.




Künstler: Outworld
Album: Outworld
Label: Armageddon (Souldfood Music)
Rel.Date: 25.05.2007


TACKLISTE:
01. Raise Hell
02. Riders
03. War Cry
04. Outworld
05. The Never
06. City of the Dead
07. Prelude to Madness
08. Grey Tide
09. I. Thanatos


BAND:
Kelly Sundown Carpenter (Vocals)
Rusty Cooley (Gutar)
Bobby Williamson (Keyboards)
Shawn Kascak (Bass)
Matt Mckenna (Drums)





HINTERGRUNDINFO:
Leider hat Sänger Kelly Sundown Carpenter die Band zwischenzeitlich verlassen und wird nun durch den Brasilianer Carlos Zema (Vougan, Heaven's Guardian) vertreten. Eine andere "lustige" Info ist, dass dieses Album keine 2007er Erstveröffentlichung ist, die Erstveröffentlichung war im November 2006. Was man sich dabei gedacht hat, kann ich nicht sagen, aber das kann dem Hörer im Grunde auch vollkommen egal sein.

REVIEW:
Eins merkt man auf Anhieb, hier sind absolut hochwertige Musiker am Werk. Das Spiel und der Gesang überzeugen auf ganzer Linie. Ich bin kein großer Progressive Metal Fan, aber die Art und Weise, wie hier treibende Metalrhytmen mit progressiven Spielereien versehen werden, hat etwas sehr einfangendes. Sind mir bei anderen Progscheiben viele Parts einfach zu abgefahren, die Stücke langweilig oder einfach zu langatmig, sitze ich hier gebannt im Sessel und lasse mich von einem großartigem Klangteppich überschwemmen und genieße. Outworld bietet dem virtuositätverliebtem Progressivehörer einiges, feuert aber so feinen Metalsound mit Wurzeln im klassischen Heavy Metal und Power Metal durch die Lautsprecher, dass auch diejenigen abfeiern können, die (wie ich) mit "Progkram" sonst gar nichts anfangen können.

Die Bandbreite von Sänger Kelly Carpenter ist unglaublich. Der Kerl kann sich wirklich problemlos und grinsend mit Halford und Dickinson aufs gleiche Podest stellen und in meinen Ohren klingt er wesentlich angenehmer als die beiden genannten Herren.
Ich habe selten erlebt, dass soviele unterschiedliche Gesangselemente in einzelnen Songs vereint und dabei so perfekt positioniert wurden.

Der Opener "Raise Hell" startet mit einem extrem fetten Gitarrenriff und gibt dem Album einen hübschen Kickstart. Stellenweise werden die Riffs mit Glockenspiel untermahlt, dass einem das Gefühl gibt, verträumt von einem Hammer getroffen zu werden. Das Schlagzeug treibt und das Soli im letzten Drittel macht klar, mit welchem Kaliber man es hier zu tun hat. Auf dem Album wird nicht gewartet, hier wird nichts vorbereitet, hier gehts von Anfang an voll los.
Bei "Riders" duelieren sich double bass und Lead-Gitarre und es wird im Verlaufe klar gemacht, dass es sich hier im Grunde um eine Progressive Metal Band handelt. Nett, wissen wir jetzt, weiter headbangen - und zwar nicht erst im nächsten Song. Die hymnenartigen Zwischenparts und das wunderschöne Ausklangssolo lassen uns dann glücklich und zufrieden in den "War Cry" fallen.
"War Cry" ist richtig schön Heavy und Kelly demonstriert uns, wie man Gläser zersingen kann, ohne sich die dabei die Eier zu brechen. Der Song geht durch mehrere Tempowechsel und im Refrain empfindet man erhabene Größe.
Der Titelsong "Outworld" startet eher ruhig lässt aber erahnen, dass uns hier keine Ballade erwartet. Auch hier gibt es wieder interessante Tempowechsel und breaks. Das Keyboard klingt mir hier etwas zu sehr nach Plastik und das Basssolo in der Mitte ist auch eher Geschmacksache. Ich persönlich stehe nicht sonderlich auf sowas, aber hier werden solche Parts nicht bis zum Erbrechen verwurstet, sondern es folgt stimmig ein Gitarrensolo der Oberklasse um letzten Endes wieder im treibenden Heavy Metal-Beat zu landen.
Bei "The Never" varriert der Gesang zwischen sacht angeraut und Power Metal-hoch. Ebenfalls ein etwas schwerer Song und einer der Songs mit den meisten Progressive-Parts. Würde ich nicht unbedingt auf einer Party spielen, aber ein interessantes Zuhörstück.
Was ich aber jeder Zeit zum abfeiern spielen würde, ist "City of the Dead", der Refrain ist einfach nur geil und eingängig. Hier hört man auch die meisten Power Metal-Elemente auf dem Album. Zur Mitte hin wirds dann ordentlich Heavy und der Klang passt einfach zum Titel des Liedes. Einer meiner persönlichen Lieblingssong des Albums!
Auf dem folgenden Instrumentaltrack singt die Lead-Gitarre knappe anderthalb Minuten ein herrlich bitteres Trauerlied, bevor uns "Grey Tide" wieder ordentlich und satt etwas um die Ohren feuert. Bis zum zweiten Drittel ein recht raues Stück, insbesondere, was den Gesang angeht. Dann zeigt uns Kelly nochmal, dass es auch schön geht und nach dem wir das wieder wissen, wird weitergebrettert. Zum Ende des mittleren Drittels ist wieder Progressivezeit angesagt und das letzte Drittel wird mit einer sehr verspielten Lead-Gitarre angegangen. Bei diesem Song scheinen sich die Meister um Outworld besonders viel Mühe gegeben zu haben, mit ihrer Musik eine Geschichte zu erzählen, die in unterschiedliche Stimmungsbereiche aufgeteilt ist und sehr gelungen von Bereich zu Bereich überleitet.
Sehr dunkel steigt der letzte Song "I. Thanatos" ein. Das Wort "Walze" kommt mir in den Sinn, muss dann aber von "Bulldozer" ersetzt werden. Das Tempo ist teils im mittleren, teils im planierraupenmässigen unteren Bereich angesiedelt. Je nach Stimmung, gefällt er mir sogar noch eine Kante besser als "City of the Dead". Der Song ist brutal und perfekt. Man könnte also quasi sagen, er ist perfekt brutal. Vielleicht kommt soetwas heraus, wenn man ne Tonne Dream Theater auf Pantera wirft.


FAZIT:
Dieses Album ist eine Wucht und eine Macht für sich. Allerdings könnte es dem einen oder anderen auf Dauer zu anstrengend sein, wer auf Edguy und Hammerfall steht, wird das Album vielleicht nicht am Stück durchhören. Doch hören sollte man es auf jeden Fall!


WERTUNG:
8,5/10

Outworld auf Amazon.de

Geändert von Andreas (3. September 2007 um 00:36 Uhr).
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