
Künstler: Bad Religion
Album: New Maps Of Hell
Label: Epitaph
Rel.Date: 21. Juli 2007
Auch wenn oft behauptet wird Bad Religion würden seit ihrer Gründung 1980 immer nur denselben Song in kleinen Variationen spielen, die Männer oder besser die alten Herren rund um Greg Graffin liefern nun endlich wieder auf „ihrem“ Label – Epitaph wurde 1981 von Graffin als Briefkastenfirma gegründet – einen neuen Silberling ab.
Rein musikalisch könnte man den Kritikern dieser Band schon ein klein wenig zustimmen, ob nun der Erstling oder die „New Maps of Hell“, groß sind die Unterschiede nicht. Macht aber rein gar nix, denn BR rocken wie immer einfach nur drauf los und hören 38 Minuten später wieder auf. Auch das könnte man als Kritikpunkt auffassen, denn länger ist das Album tatsächlich nicht. Aber auch diesen Punkt kann man verschmerzen, wenn man es sich denn erstmal anhört. Nur diesen Schritt vergessen die meisten Bad Religion Kritiker häufig, was sehr schade ist, denn so verpassen sie eine der wichtigsten Bands des letzten wie auch des 21. Jahrhunderts.
Das Markenzeichen „Crossbuster“ ziert die Scheibe, die mit „52 Seconds“ (wieso ist das laut CD Player eigentlich 57 Sekunden lang?) startet und unverkennbar aus der Feder Graffins stammt, der promovierter Evolutionsbiologe und überzeugter Naturalist ist. Überhaupt merkt man den Texten an, dass sie nicht austauschbar sind und alle wohl durchdacht in der Wortwahl sind. Beispiel gefällig? „Oratory of hope and glory a whisper and a rhyme / An effigy, a soldier out of time / Citizen you can’t be far behind / The funeral is weighing heavy on your mind / requiem“ * (aus „Reqiuem for a dissent“)
„New Maps Of Hell“ bleibt, wie schon gesagt, eine typische Bad Religion Scheibe. Dementsprechend bekommt der Zuhörer auch das was er erwartet: eine unpolitische Platte (denn BR sind keine politische Band, das zu erwähnen wird man in Kalifornien nicht müde) voller melodischem Punk und viel Hähme gegen Amerika, das System und fundamentalistische Religionen. Eine Überraschung bietet das Album dann aber doch, denn im ersten Hören fällt ein Lied scheinbar aus dem Rahmen. „Honest Goodbye“ strotzt nur so von den „OhAhs“ und dümpelt ruhig vor sich hin, wer genauer hinhört merkt aber spätestens an der Schlusszeile worum es eigentlich geht.
Zusammenfassend: Diese CD ist keine musikalische Neuerfindung des Rades, weder auf die gesamte Szene bezogen noch auf die Vorgänger. Muss sie aber auch gar nicht sein, denn was Bad Religion uns durchschnittlich alle 23 Monate vorsetzen ist jedes Mal große Klasse. Wer weiß was ihn erwartet wird nicht enttäuscht, wer es nicht weiß sollte endlich damit anfangen Musik zu hören!
*freie Übersetzung: Redekunst von Hoffnung und Ruhm, ein Flüstern und ein Reim / Ein Abbild, ein Soldat ohne Zukunft / Bürger du bist nicht weit dahinter / Die Beerdigung bringt dich zum nachdenken / Requiem
1. 52 Seconds
2. Heroes & Martyrs
3. Germs of perfection
4. New dark ages
5. Requiem for dissent
6. Before you die
7. Honest goodbye
8. Dearly beloved
9. Grains of wrath
10. Murder
11. Scrutiny
12. Prodigal son
13. The grand delusion
14. Lost pilgrim
15. Submission complete
16. Fields of Mars
Kleiner Abschlusskommentar: In der Visions Ausgabe Nr 173 (August 07) ist eine wundervoll geschriebene Geschichte der Band mit klasse Fotos und Doku-Material aus den Anfangstagen von BR enthalten. Nicht nur für Fans interessant!